Stärkenfokus hilft

Wir Deutschen sind schon ein wenig Defizit-orientiert, oder? Ständig finden wir etwas, das noch besser sein könnte und unser Zweitname ist "Perfektion". In vielen Branchen ist diese absolut wichtig. Ich möchte nicht in einem Flugzeug fliegen, in dem der Pilot nur 80% seiner Checkliste abarbeitet. In Teams kann zu viel Perfektion und Fehlersuche allerdings lähmend sein und den Blick für die Stärken des Teams vernebeln. Eine interessante Übung, die ich schon lange erfolgreich mit Teams durchführe, die jeder mit seinem Team durchführen kann: Jedes Teammitglied stellt einen Teampartner und dessen absolute Stärke im Team vor. Klingt nach Kindergeburtstag? Ist es aber nicht, denn oft verlieren wir den Fokus für unsere Stärken aus den Augen. Dabei ist es so viel zielführender Stärken zu stärken als Defizite auf Null zu bringen. Denn vielmehr kann ich bei einem echten Defizit oft leider nicht erreichen. Probieren Sie es aus!  Neuer Fokus und Spaß garantiert.

An wen erinnern mich meine Team-Mitglieder?

Wir beobachten es immer und immer wieder, und erst im Coaching wird es bei den meisten klar. Es gibt Team-Mitglieder, die uns an jemanden erinnern, mit denen wir eine negative Erfahrung verknüpfen. Der eine ist wie unser Vater, unser Bruder; die andere wie unsere Schwester, wie unsere Mutter. Und dann war da noch der Lehrer, die Lehrerin oder der Trainer/die Trainerin. Was auch immer es ist, machen Sie mal die Übung, zurückzugehen und zu überlegen: wer hat bei mir einen negativen Beigeschmack hinterlassen? Und welche Person in meinem Team erinnert mich an diese Person? Und dann kommt natürlich der entscheidende Schritt: geben Sie jeder Person (egal an wen Sie diese erinnert) eine neue Chance! Machen Sie einen Reset und starten Sie neu. Wir beschäftigen uns täglich mit diesen Resets und unterstützen gerne komplette Teams dabei.

Tonalität der Kommunikation im Team

Wir haben es eben bei einer Teambuilding-Maßnahme wieder erlebt: welche Tonalität ist wertschätzend war die Frage, die aufkam und die Gemüter erhitzte. Was für den Projektplaner eine faire, stringente und sachliche Kommunikation war ("Ich brauche das von dir bis dann"), war für die PR-Managerin barsch, schroff und unfreundlich. Das "was" und bis "wann" kam bei ihr gar nicht mehr an, weil die Emotion über die knappe Ansage es überlagerte. Gleichzeitig beschwerte er sich über ihre oft zu blumige, nebulöse und unklare Kommunikation mit vielen Konjunktiven. Dies ist nur ein Beispiel dafür, was wir als wertschätzend empfinden und was nicht. Wertschätzend ist es, wenn wir uns wahrgenommen fühlen, wenn wir geschätzt fühlen. Und das hängt von unserer persönlichen Landkarte ab. Gibt es da ein Patentrezept? Nein, aber es ist erlernbar, so zu kommunizieren, dass der andere sich abgeholt fühlt. Dies üben wir natürlich mit unseren Teams, denn hier liegt oft viel begraben. Aber Sie können es auch ganz einfach üben, indem Sie den anderen mal fragen, was ihm oder ihr an Ihrer Art zu kommunizieren gefällt und was nicht. Allein diese kleine Übung wird Ihnen schon viele Erkenntnisse bringen. Viel Spaß dabei!

Das Potenzial des kompletten Teams nutzen

Kennen Sie das? In manchen Teams bestimmen einige wenige, wo es lang geht und andere gehen unter. Dies können wir sehr leicht umgehen, indem wir Team-Meetings eine Struktur geben, in der jeder zu Wort kommt, z.B. durch bestimmte Fragestellungen zu Beginn eines Team-Meetings oder am Ende oder sogar zwischendurch. Typische Fragen könnten sein: "Wie würdest du das Thema lösen?" oder "Welchen Projektfortschritt hast du in der letzten Woche erzielt?" So stellen Sie sicher, dass jeder zu Wort kommt und jeder sich auch verpflichtet fühlt beizutragen. Dies bringt Commitment und neue Perspektiven.

Wie gehen Sie mit Fehlern um?

In vielen Team-Meetings werden entstandene Fehler thematisiert und detailliert analysiert. Oft verbringen wir mehr Zeit damit Fehler zu diskutieren statt den weiteren Weg des Teams zu besprechen. Achten Sie auf eine gute Gewichtung von Problem-Talk und Solution-Talk. Entscheidend ist, wie wir einen Fehler ausbessern und in Zukunft vermeiden können und vor allem, wie geht es danach weiter, was sind die nächsten Schritte. Hier sollte der Fokus liegen. Schuldsuche kostet Zeit, Energie und führt zu lähmenden Rechtfertigungen einzelner.

Jedem im Team eine Freude machen

Wissen Sie, wie Sie welchem Mitglied im Team auf einfache Art ganz neben bei quasi täglich eine Freude machen können? Nein? Dann ermuntere ich Sie, es herauszufinden. Es ist eine lohnenswerte Übung, die die Stimmung gleich heben kann und wenig Zeit kostet. Der eine braucht ein kleines Lächeln am Morgen, der andere vielleicht einen dummen Spruch und der nächste ab und an einen mitgebrachten Kaffee. Fragen Sie doch mal jeden einzelnen, was er so braucht. Sie werden staunen.

Rollen im Team richtig verteilen

Wie verteilen Sie Aufgaben im Team? Ganz stringent nach Job Descriptions oder auch nach Fähigkeiten und Wünschen der Teammitglieder. Manchmal kann es helfen, starre Job Descriptions etwas aufzuweichen und Aufgaben nach Neigungen/Wünschen zu verteilen oder auch unliebsame Aufgaben (wie Protokollführung) zu rotieren. So bleiben Ihre Teammitglieder flexibel und vor Langeweile und Frust geschützt. Probieren Sie es doch einmal aus!